Von Simon Lenke, David Firnenburg und Susanne Lieberknecht

 

David und Ruben Firnenburg sind trotz ihres jungen Alters in der Kletterszene schon ganz oben dabei: Egal ob beim Bouldern, im Sportklettern – am Fels oder beim Wettkampf, der Name Firnenburg steht am Ende oft weit oben. In den letzten Jahren gelang es den beiden gebürtigen Hannoveranern nationale und internationale Erfolge zu erklettern.

 

Im Alter von 5 und 6 Jahren durch einen Familienurlaub in Norditalien angesteckt, fanden sie ihre Begeisterung für das Klettern. Mit Unterstützung ihrer Eltern und vieler Kletterer aus Norddeutschland gingen sie dann dem Klettersport für viele Jahre mit Passion nach. Nach dem Abitur bereisten sie die Welt. Vor einem Jahr verlegten sie dann ihren neuen Lebensmittelpunkt in die Schweiz, nach Zürich. Die Wahl des neuen Wohnorts kommt dabei nicht von ungefähr: „Hier können wir sehr gut studieren, trainieren und haben nur kurze Wege zu den Fels-Hotspots in den Alpen“, erklärt David.

Trotz des großen Schritts in die Schweiz sind sich beide einig, dass ihre Verbindung zu Hannover über die neue Distanz bestehen bleibt. „Den Kontakt zum Norden werden wir nicht abreißen lassen – insbesondere mit dem Escaladrome, der Heimstätte des Boulderns in Hannover und dem Szenetreff schlechthin, sowie unserem Elternhaus.“, so Ruben.

Die Highlights der internationalen Wettkampfsaison kamen für die beiden in der zweiten Jahreshälfte: Während Ruben bei den Jugendweltmeisterschaften im Dreikampf, einer Mischung aus den drei Disziplinen Speed, Lead, und Bouldern, im südchinesischen Guangzhou im November einen starken dritten Platz belegte, sicherte sich David bei den Erwachsenen auf den Weltmeisterschaften in Paris im September ebenfalls die Bronzemedaille im gleichen Format. Der Dreikampf wird zukünftiges Wettkampfformat der olympischen Spiele in Tokyo 2020 sein, bei dem Klettern als eine der fünf neuen olympischen Sportarten das erste Mal dabei sein wird. Ruben und David freuen sich, gute Chancen zu haben, sich für dieses bedeutende Sportereignis zu qualifizieren. Doch damit nicht genug: David verpasste beim Boulder-Weltcup in München im Sommer zwar knapp das Treppchen, sicherte sich aber einen trotzdem starken vierten Platz. Im September krönte Ruben das Wettkampfjahr 2016 mit dem Deutschen Meistertitel im Sportklettern in Neu-Ulm , wo sich David den dritten Platz sicherte.

Auch am Fels lief es bei den beiden – trotz der langen und kräftezehrenden Wettkampfsaison  im letzten Jahr. So bezwang David die legendäre „Action Directe“ im Frankenjura. Für ihn einer der Begehungen, auf die er bisher am stolzesten ist. „Die Action Directe einmal in meinem Leben zu klettern, war für mich immer schon ein Traum gewesen. Dieses Jahr, zum 25. Jubiläum der Route, ist dieser Traum in Erfüllung gegangen.“, so David.

Rubens großes Projekt des letzten Jahres war die lange und überhängende „Selecció Natural“  (9a) in der Grotte von St. Linya in Spanien. Kurz vor Ende des Jahres startete er einen erneuten Durchstiegsversuch, musste jedoch feststellen, dass  eine Reihe von entscheidenden Griffen herausgebrochen waren. So wechselte er den Routeneinstieg nach links und punktete  „Analogica Natural“ (9a) kurz nach Weihnachten. Ganz befreit und selbstsicher, gelang ihm dann doch noch am letzten Tag des Jahres 2016 der Durchstieg von „Selecció Natural“. Das sind zwei 9a’s in vier Tagen. Was für ein Jahresabschluss am Fels!
Das sportliche Jahr 2016 begann für die beiden aber mit dem berühmten Hard-Moves Boulderleague-Event: Die Brüder traten gemeinsam mit acht anderen Athleten für das Escaladrome Hannover zum Finale und holten dann in einem spannenden Superfinale in der Wuppertaler Schwimmoper einen starken zweiten Platz. „Die Hard Moves sind für mich wahrscheinlich der coolste Fun-Wettkampf überhaupt. Mir gefällt dabei sehr, dass nicht meine eigene Leistung im Vordergrund steht sondern die des gesamten Teams. Und das Team vom Escaladrome ist einfach der Hammer. Alle sind mit Leidenschaft dabei, helfen und feuern sich an und die Fangemeinde aus Hannover ist einfach unbeschreiblich. Es ist immer ein Event voller Spannungen und Emotionen. Ich freue mich auf das nächste Mal!“, berichtet David.

Wir gratulieren ganz herzlich und wünschen den beiden Firnenburgbrothers für 2017 weiterhin viel Erfolg!